Ihr Gasanbieter hat die Preise erhöht – und Ihr Vertrag läuft eigentlich noch? Das macht nichts. Das Sonderkündigungsrecht gibt Ihnen das Recht, sofort und außerordentlich zu kündigen. Es ist eines der wichtigsten Verbraucherrechte im Energiebereich – und wird beim Gasvertrag oft genauso übersehen wie beim Strom.

In diesem Artikel erfahren Sie, wann genau das Sonderkündigungsrecht beim Gasvertrag greift, welche Frist gilt und wie Sie die Kündigung rechtssicher formulieren.

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Was ist das Sonderkündigungsrecht beim Gasvertrag?

Das Sonderkündigungsrecht ermöglicht Ihnen, einen laufenden Gasvertrag außerordentlich zu kündigen – also vor dem eigentlichen Vertragsende –, wenn Ihr Anbieter die Vertragsbedingungen einseitig zu Ihren Ungunsten ändert. Der mit Abstand häufigste Fall: eine Preiserhöhung.

Die gesetzliche Grundlage ist identisch mit dem Stromrecht: § 41 Abs. 5 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Der Anbieter ist verpflichtet, Sie rechtzeitig über jede Preisänderung zu informieren – und dabei ausdrücklich auf Ihr Sonderkündigungsrecht hinzuweisen. Tut er das nicht, verlängert sich Ihr Recht entsprechend.

Wann greift das Sonderkündigungsrecht beim Gasvertrag konkret?

Bei Preiserhöhung: Erhöht Ihr Anbieter den Arbeitspreis (ct/kWh) oder den Grundpreis (€/Monat), können Sie den Vertrag zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Erhöhung kündigen. Die Kündigung muss innerhalb von vier Wochen nach Bekanntgabe beim Anbieter eingehen.

Bei Änderung der Vertragsbedingungen: Auch wenn der Anbieter andere Konditionen – Zahlungsmodalitäten, Lieferkonditionen, Kündigungsfristen – zu Ihren Ungunsten ändert, greift das Sonderkündigungsrecht.

Bei Tarifumstellung nach Vertragsende: Läuft Ihr Tarif aus und werden Sie automatisch in einen teureren Folgetarif überführt, haben Sie ebenfalls das Recht zur außerordentlichen Kündigung.

Wichtig: Das Sonderkündigungsrecht gilt auch dann, wenn die Erhöhung mit gestiegenen Einkaufspreisen oder gesetzlichen Änderungen begründet wird. Entscheidend ist allein, ob Ihr Endpreis steigt.

Viele Gaskunden lesen Preiserhöhungsschreiben nicht sorgfältig – und verpassen damit die Vier-Wochen-Frist. Eine versäumte Frist bedeutet: weiter zahlen zum erhöhten Preis.

Welche Frist gilt beim Sonderkündigungsrecht Gasvertrag?

Die Frist beträgt vier Wochen – gerechnet ab dem Datum, an dem Ihnen die Preiserhöhung bekannt gegeben wurde. Nicht ab dem Datum der Preiserhöhung selbst.

Das Schreiben kommt oft mit wenig Vorlauf – manchmal nur sechs bis acht Wochen vor der Erhöhung. Das bedeutet: Sie haben Zeit, aber keine Ewigkeit. Sobald das Schreiben in Ihrem Briefkasten liegt, beginnt die Frist zu laufen.

Hat Ihr Anbieter Sie nicht ordnungsgemäß informiert – also zum Beispiel kein schriftliches Ankündigungsschreiben verschickt oder keinen Hinweis auf das Sonderkündigungsrecht gegeben –, dann verlängert sich Ihr Kündigungsrecht. In diesem Fall können Sie auch rückwirkend kündigen.

Wie kündige ich den Gasvertrag mit dem Sonderkündigungsrecht?

Die Kündigung sollte schriftlich erfolgen – per E-Mail mit Lesebestätigung oder per Brief mit Einwurf-Einschreiben. Wichtig ist, dass Sie den Grund der Kündigung klar benennen und den Kündigungstermin angeben.

Muster für die Kündigung:

Schicken Sie die Kündigung per E-Mail an die offizielle Kundenservice-Adresse Ihres Anbieters – und behalten Sie eine Kopie samt Sendenachweis.

Was passiert mit der Gasversorgung nach der Kündigung?

Keine Sorge: Sie werden nicht sofort ohne Gas dastehen. Bis ein neuer Anbieter die Versorgung übernimmt, springt der lokale Grundversorger (in der Regel das regionale Energieversorgungsunternehmen) automatisch ein – das ist gesetzlich geregelt. Die Gasversorgung ist damit ununterbrochen sichergestellt.

Die Grundversorgung ist allerdings in der Regel teurer als ein aktiv gewählter Tarif. Wählen Sie also möglichst zeitnah einen neuen Anbieter – am besten parallel zur Kündigung, damit es nahtlos übergeht.

Sonderkündigungsrecht verpasst – was nun?

Wenn Sie die Vier-Wochen-Frist versäumt haben, ist das außerordentliche Kündigungsrecht erloschen. Sie sind dann wieder an die normalen Kündigungsfristen Ihres Vertrags gebunden – meist ein Monat zum Vertragsende oder zum Ende einer Laufzeit.

Prüfen Sie in diesem Fall: Wann läuft Ihr Vertrag ordentlich aus? Und welche Kündigungsfrist gilt? Oft ist der nächste ordentliche Kündigungstermin gar nicht so weit weg, wie es zunächst scheint.

Lohnt sich der Wechsel nach einer Sonderkündigung?

Fast immer – ja. Gerade nach einer Preiserhöhung durch Ihren alten Anbieter sind die Preisunterschiede zwischen Anbietern besonders groß. Während manche Anbieter stark erhöhen, haben andere ihre Preise stabil gehalten oder sogar gesenkt. Das Sonderkündigungsrecht ist Ihre Chance, in genau diesem Moment zu wechseln.

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Unsere Erfahrung aus der Beratung: Preiserhöhungen beim Gas sind seit 2022 zum Dauerthema geworden. Was viele Kunden nicht wissen: Das Ankündigungsschreiben des Anbieters muss ausdrücklich auf das Sonderkündigungsrecht hinweisen – tut es das nicht, verlängert sich die Frist. Wir sehen regelmäßig Kunden, die nach einer Erhöhung noch ein Jahr weiter zahlen, weil sie die Frist nicht kannten oder das Schreiben nicht richtig gelesen haben. Im Zweifel: einfach bei uns melden – wir schauen gemeinsam, was möglich ist.

Weiterlesen: Gasvertrag kündigen – der komplette Leitfaden · Fristen beim Gasvertrag richtig verstehen · Grundversorgung Gas – wann sie zu teuer wird

Weiterlesen: → Gasvertrag kündigen – der komplette Leitfaden → Fristen beim Gasvertrag richtig verstehen → Grundversorgung Gas – wann lohnt der Wechsel?

Häufige Fragen

Vier Wochen ab dem Datum der Bekanntgabe – nicht ab dem Datum der Erhöhung selbst. Sobald das Schreiben in Ihrem Briefkasten liegt, beginnt die Frist zu laufen.
Ja – das Gesetz kennt keine Mindesthöhe. Auch eine Erhöhung um wenige Cent pro kWh berechtigt zur außerordentlichen Kündigung des Gasvertrags.
Dann verlängert sich Ihr Sonderkündigungsrecht. Der Anbieter ist gesetzlich verpflichtet, Sie schriftlich zu informieren und dabei ausdrücklich auf das Sonderkündigungsrecht hinzuweisen.
Nein – bis ein neuer Anbieter die Versorgung übernimmt, springt der lokale Grundversorger automatisch ein. Die Gasversorgung ist ununterbrochen sichergestellt.
Das außerordentliche Kündigungsrecht ist dann erloschen. Sie sind wieder an die normalen Kündigungsfristen gebunden. Prüfen Sie, wann der nächste ordentliche Kündigungstermin ist.

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