Wer eine Wärmepumpe betreibt, merkt früher oder später: Der Strombedarf ist erheblich. Je nach Gebäude und Anlage kommen schnell 3.000 bis 6.000 Kilowattstunden im Jahr zusammen – manchmal mehr. Wer dafür den regulären Haushaltsstromtarif zahlt, verschenkt bares Geld. Denn für Wärmepumpen gibt es speziell zugeschnittene Tarife.
Was ist ein Wärmepumpentarif?
Ein Wärmepumpentarif – auch Nachtstrom- oder Wärmepumpenstrom-Tarif genannt – ist ein spezieller Stromtarif für Haushalte, die eine Wärmepumpe betreiben. Er hat in der Regel einen günstigeren Arbeitspreis als der normale Haushaltstarif, ist aber an Bedingungen geknüpft: Der Netzbetreiber darf die Wärmepumpe in Spitzenlastzeiten kurzzeitig abschalten.
Klingt schlimmer als es ist: Diese Sperrzeiten sind gesetzlich begrenzt (maximal zwei Stunden am Stück, nicht mehr als dreimal täglich) und die Wärmepumpe hat in der Regel ausreichend Pufferspeicher, um diese Zeiten zu überbrücken.
Wie viel kann ich mit einem Wärmepumpentarif sparen?
Der Preisunterschied zwischen einem regulären Haushaltstarif und einem Wärmepumpentarif variiert je nach Anbieter und Region. Als Orientierung: Oft liegen die Arbeitsepreise für Wärmepumpentarife 2 bis 5 Cent pro Kilowattstunde unter dem normalen Tarif.
Bei einem Wärmepumpenverbrauch von 4.000 kWh pro Jahr ergibt das eine mögliche Ersparnis von 80 bis 200 Euro jährlich – allein durch den richtigen Tarif, ohne weitere Maßnahmen.
Brauche ich einen separaten Zähler?
Ja, in der Regel schon. Ein Wärmepumpentarif erfordert einen separaten Stromzähler für die Wärmepumpe, damit der Netzbetreiber die Abschaltzeiten steuern kann. Die Installation dieses Zählers ist Aufgabe des Netzbetreibers und nicht unbedingt kostenlos – aber die Ersparnis über die Jahre überwiegt die einmaligen Kosten meist deutlich.
Wer seine Wärmepumpe neu installiert, sollte diesen Zähler von Anfang an einplanen. Wer bereits eine Wärmepumpe betreibt, kann den Zähler nachrüsten lassen.
Wärmepumpentarif und PV-Anlage – passt das zusammen?
Ja, und das ist eine besonders attraktive Kombination. Wer eine Photovoltaikanlage hat, kann tagsüber den selbst erzeugten Strom für die Wärmepumpe nutzen – und nachts oder im Winter auf den günstigen Wärmepumpentarif zurückgreifen. Ein Energiemanagementsystem koordiniert das automatisch.
Mehr dazu in unserem Artikel zur Kombination aus PV und Wärmepumpe.
Was tun, wenn der aktuelle Tarif zu teuer ist?
Prüfen Sie zunächst, ob Ihr aktueller Vertrag ein spezieller Wärmepumpentarif ist oder ein normaler Haushaltstarif. Das steht auf Ihrer Jahresabrechnung oder im Vertrag. Falls Sie einen normalen Tarif haben, lohnt sich der Wechsel in einen Wärmepumpentarif in den meisten Fällen.
Wir vergleichen die verfügbaren Tarife in Ihrer Region und prüfen, was sich für Ihre spezifische Situation lohnt – inklusive der Frage, ob ein zusätzlicher Zähler sinnvoll ist.
Unsere Erfahrung aus der Beratung: In der Beratung treffen wir regelmäßig Wärmepumpenbesitzer, die keinen separaten Wärmepumpentarif haben – und damit jährlich mehrere hundert Euro verschenken. Der günstigste Wärmepumpenstrom kostet aktuell etwa halb so viel wie normaler Haushaltsstrom. Bei einem typischen Jahresverbrauch der Wärmepumpe von 3.000 bis 5.000 kWh macht das einen Unterschied von 300 bis 600 Euro pro Jahr.
Weiterlesen: Wärmepumpe im Altbau · Stromvertrag abschließen · PV und Wärmepumpe kombinieren
Sie möchten wissen, welcher Wärmepumpen-Stromtarif für Ihre Anlage und Ihren Verbrauch konkret am günstigsten ist? Wir vergleichen das für Sie – einfach unten eintragen.
Jetzt persönliche und kostenlose Beratung anfragen
Kein Callcenter, kein Formular-Dschungel. Unser Team meldet sich zeitnah persönlich bei Ihnen.