Der Gasabschlag ist für die meisten Haushalte eine der größten monatlichen Fixkosten. Aber kaum jemand prüft, ob er wirklich zum tatsächlichen Verbrauch passt. Das Ergebnis: Millionen Haushalte zahlen monatlich zu viel – und finanzieren damit zinsloses Guthaben beim Anbieter vor.
Wie wird der Gasabschlag berechnet?
Ihr Anbieter berechnet den monatlichen Abschlag auf Basis Ihres geschätzten Jahresverbrauchs geteilt durch 12. Dieser Schätzwert stammt meist aus dem Vorjahresverbrauch – oder, bei Neueinzug, aus einem Durchschnittswert des Vorieters.
Die Formel ist einfach:
Monatsabschlag = (Jahresverbrauch in kWh × Arbeitspreis in ct/kWh + Grundpreis × 12) ÷ 12
Beispiel: 15.000 kWh × 8 Cent = 1.200 Euro Arbeitspreis + 120 Euro Grundpreis = 1.320 Euro pro Jahr = 110 Euro pro Monat.
Wann ist der Abschlag zu hoch?
Ihr Abschlag ist zu hoch, wenn:
- Sie im Vorjahr ein Guthaben bei der Jahresabrechnung erhalten haben
- Sie energetisch saniert haben oder eine effizientere Heizung eingebaut wurde
- Weniger Personen im Haushalt leben als im Vorjahr
- Sie einen milden Winter hatten und weniger geheizt haben
- Ihr Abschlag nach einem Tarifwechsel nicht neu berechnet wurde
Darf ich den Abschlag einfach selbst senken?
Ja – Sie haben das gesetzliche Recht, Ihren Abschlag jederzeit anzupassen (§ 17 GasGVV). Sie müssen das Ihrem Anbieter formlos mitteilen – per E-Mail oder telefonisch. Eine Begründung ist nicht erforderlich.
Wichtig: Senken Sie nicht zu stark. Wenn Ihr realer Verbrauch höher ist als der neue Abschlag, erwartet Sie am Jahresende eine Nachzahlung. Realistisch ist eine Senkung um 10 bis 20 Prozent, wenn Sie im Vorjahr Guthaben hatten.
Was tun bei einer hohen Nachzahlung?
Eine Nachzahlung bedeutet, dass Ihr Abschlag zu niedrig war. In diesem Fall sollten Sie:
- Die Abrechnung auf Rechenfehler prüfen – Fehler kommen vor
- Den Zählerstand gegenprüfen – stimmt der abgelesene Wert?
- Den neuen Abschlag realistisch ansetzen – nicht zu niedrig
- Bei sehr hoher Nachzahlung eine Ratenzahlung beim Anbieter beantragen
Lohnt sich gleichzeitig ein Anbieterwechsel?
Eine hohe Nachzahlung ist oft ein Zeichen, dass auch der Tarif selbst nicht mehr passt. Wer ohnehin die Jahresabrechnung vor sich hat, sollte gleichzeitig prüfen ob ein anderer Anbieter günstiger ist. Wechsel und Abschlagsanpassung lassen sich problemlos kombinieren.
Aus unseren Beratungen wissen wir: Wir sehen in Beratungen regelmäßig Jahresabrechnungen mit Guthaben von 200 bis über 400 Euro – weil der Abschlag nach einem Umzug oder einer Sanierung nie angepasst wurde. Das ist kein Einzelfall: Anbieter haben kein Interesse daran, Sie aktiv auf einen zu hohen Abschlag hinzuweisen. Wer einmal im Jahr seine Abrechnung mit dem tatsächlichen Verbrauch abgleicht, spart dauerhaft bares Geld.
Sie möchten wissen, ob Ihr Gasabschlag zu Ihrem tatsächlichen Verbrauch passt – oder ob Sie gleichzeitig den Anbieter wechseln sollten? Wir rechnen das kostenlos für Sie durch – einfach unten eintragen.
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