Jeden Monat bucht Ihr Stromanbieter einen Abschlag von Ihrem Konto ab – und irgendwann fragen Sie sich: Stimmt dieser Betrag überhaupt? Zu hohe Abschläge sind kein Einzelfall. Sie entstehen häufig nach Schätzungen, bei Anbieterwechseln oder nach einer Preiserhöhung – und führen am Ende zu einer Erstattung, die Sie sich lieber früher geholt hätten.
Wie wird der Abschlag berechnet?
Der monatliche Abschlag basiert auf dem geschätzten Jahresverbrauch geteilt durch 12, multipliziert mit dem aktuellen Kilowattstundenpreis. Das Problem: Die Schätzung stimmt oft nicht. Anbieter nutzen häufig Verbrauchswerte aus dem Vorjahr oder Durchschnittswerte für vergleichbare Haushalte – und die können erheblich von Ihrem tatsächlichen Verbrauch abweichen.
Wann ist der Abschlag zu hoch?
Typische Situationen:
- Neu in der Wohnung: Der Abschlag basiert auf dem Verbrauch des Vormieters – der vielleicht viel mehr verbraucht hat als Sie.
- Nach einer Preiserhöhung: Der Anbieter passt den Abschlag an, aber nicht immer korrekt.
- Veränderter Verbrauch: Homeoffice, neue Geräte, ausgezogene Mitbewohner – der Abschlag hinkt der Realität oft hinterher.
- Wechsel zu einem günstigeren Tarif: Manche Anbieter behalten den alten Abschlag bei, obwohl der Preis gesunken ist.
Ein um 20 Euro zu hoher Monatsabschlag bedeutet 240 Euro, die Sie dem Anbieter zinslos leihen – bis zur nächsten Jahresabrechnung.
Haben Sie das Recht, den Abschlag zu senken?
Ja. Nach § 40 Abs. 4 EnWG können Sie jederzeit eine Anpassung des Abschlags verlangen, wenn Ihr tatsächlicher Verbrauch erheblich vom geschätzten abweicht. „Erheblich" bedeutet in der Praxis: mehr als 25 Prozent Abweichung – aber viele Anbieter reagieren auch auf kleinere Abweichungen, wenn Sie höflich und mit Belegen anfragen.
So beantragen Sie eine Abschlagsreduzierung
- Zählerstand notieren und mit dem letzten Abrechnungszeitraum vergleichen
- Tatsächlichen Jahresverbrauch berechnen: Zählerstanddifferenz × Tage auf Jahr hochrechnen
- Schriftlich anfragen: E-Mail an den Kundenservice mit aktuellem Zählerstand und gewünschtem neuen Abschlag
- Frist setzen: Bitten Sie um Bestätigung innerhalb von zwei Wochen
Alternativ: Wechsel als Lösung
Wenn Ihr Abschlag dauerhaft zu hoch ist und der Anbieter nicht kooperiert, ist ein Wechsel oft die einfachere Lösung. Bei einem neuen Anbieter beginnen Sie mit einem korrekten Abschlag – basierend auf Ihrem tatsächlichen Verbrauch.
Wir vergleichen Tarife und helfen Ihnen dabei, den richtigen Abschlag von Anfang an festzulegen – ohne Nachzahlungsschock und ohne zu hohe Vorauszahlungen.
Unsere Erfahrung aus der Beratung: Wir sehen in der Beratung regelmäßig Jahresabrechnungen, bei denen Kunden mehrere hundert Euro Guthaben erstattet bekommen – weil der Abschlag viel zu hoch angesetzt war. Viele trauen sich nicht, ihn aktiv zu senken, weil sie eine Nachzahlung fürchten. Dabei ist ein Abschlag, der dauerhaft zu hoch ist, nichts anderes als ein zinsloses Darlehen an Ihren Stromanbieter.
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Sie möchten Ihren Abschlag senken oder zu viel gezahlten Betrag zurückfordern? Wir helfen Ihnen Schritt für Schritt – tragen Sie sich einfach unten ein.
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